Nachhilfe in Deutschland: Ein Milliardenmarkt mit vielen Optionen
Über 1,5 Millionen Schülerinnen und Schüler in Deutschland erhalten jährlich Nachhilfe — der Markt hat ein Volumen von über 1,5 Milliarden Euro. Trotzdem wissen viele Eltern nicht genau, welche Nachhilfeform für ihr Kind die richtige ist und was sie realistisch kostet. Dieser Guide gibt dir den vollständigen Überblick.
Nachhilfeformen und ihre Kosten
Einzelnachhilfe (privater Lehrer)
Die individuellste und oft effektivste Form — ein Lehrer, ein Schüler, volle Aufmerksamkeit.
- Student als Nachhilfelehrer: 12–20 € pro Stunde
- Ausgebildeter Lehrer / Fachkraft: 25–50 € pro Stunde
- Spezialist (Abitur, Uni-Vorbereitung): 40–80 € pro Stunde
- Durchschnittlich: ca. 20–35 € pro Stunde
- Monatliche Kosten bei 1x/Woche (4 Stunden): 80–140 €
Vorteil: Passt sich exakt dem Lernstand an, maximale Flexibilität.
Nachteil: Qualität des Lehrers schwer vorher einschätzbar.
Nachhilfeinstitute (Abacus, Schülerhilfe, Studienkreis)
Professionelle Anbieter mit fest angestellten oder freiberuflichen Lehrern, oft in kleinen Gruppen.
- Kleingruppe (2–5 Schüler): 80–150 € pro Monat (meist 1x/Woche)
- Einzelbetreuung im Institut: 150–250 € pro Monat
- Inklusive Lernmaterial und Lernstandsdiagnostik
Vorteil: Strukturiertes Konzept, verlässlich, oft Einzel- und Gruppenformate kombinierbar.
Nachteil: Weniger flexibel, oft Mindestlaufzeit (3–6 Monate).
Online-Nachhilfe
Seit 2020 stark gewachsen — Video-Calls, digitale Whiteboards, manchmal KI-gestützt.
- Plattformen (Nachhilfevermittlung): 15–35 € pro Stunde
- Festpreisabonnements (z.B. 4 Std./Monat): ab ca. 60–100 € pro Monat
- Bekannte Anbieter: sofatutor, Tutor Doctor Online, GoStudent, Studienkreis Online
Vorteil: Günstig, zeitsparend (kein Anfahrtsweg), bundesweite Lehrerauswahl.
Nachteil: Nicht für alle Schüler geeignet (fehlende Konzentration, technische Probleme).
Lern-Apps und -Plattformen (Ergänzung)
Apps wie sofatutor, bettermarks (Mathe), Duolingo (Sprachen) oder SchulLV sind keine vollwertige Nachhilfe, aber sinnvolle Ergänzung:
- Kosten: 5–15 € pro Monat
- Ideal für: Routineübungen, Vokabeln, kurzfristige Wiederholung
Nachhilfe steuerlich absetzen
Nachhilfe ist in der Regel nicht von der Steuer absetzbar — es sei denn, du bist selbstständig und kaufst Nachhilfe für deine fachliche Weiterbildung, oder du machst betreuungsbedingte Kosten für unter 14-Jährige geltend (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 EStG, max. 4.000 € absetzbar, 2/3 davon).
Für beruflich notwendige Fortbildungen (Erwachsene) gilt: Lernhilfen und Kurse können als Werbungskosten geltend gemacht werden.
Wann braucht ein Kind wirklich Nachhilfe?
Nicht jede schlechte Note erfordert sofort Nachhilfe. Aber folgende Signale sprechen dafür:
- Dauerhaft schlechte Noten in einem oder mehreren Fächern (nicht nur einmalig)
- Das Kind versteht grundlegende Konzepte nicht und hängt dadurch in allem nach
- Wichtige Prüfungen stehen bevor (Abschlussprüfungen, Abitur, Aufnahmetests)
- Das Kind leidet psychisch unter schulischen Misserfolgen
- Eltern können fachlich nicht mehr helfen
So findest du den richtigen Nachhilfelehrer
- Qualifikation prüfen: Hat der Lehrer selbst gute Abschlüsse in diesem Fach? Studiert er das Fach auf Lehramt?
- Probelektion: Viele Lehrer bieten eine kostenlose erste Stunde an — nutze das
- Referenzen: Frag nach anderen Schülern, die erfolgreich betreut wurden
- Methode: Erklärt der Lehrer oder macht er nur Aufgaben vor? Aktives Erklären ist wichtig
- Chemie: Dein Kind muss Vertrauen zum Lehrer aufbauen können — das ist oft wichtiger als die Qualifikation
- Regelmäßigkeit: 1x/Woche ist besser als seltene Marathon-Sessions
Beliebte Nachhilfefächer und wo der Bedarf am größten ist
- Mathematik: Mit Abstand das meistgefragte Nachhilfefach in Deutschland
- Deutsch: Besonders Aufsatz, Grammatik und Rechtschreibung
- Englisch: Sprachkompetenz als wichtige Schlüsselqualifikation
- Physik und Chemie: Ab Klasse 8/9 stark nachgefragt
- Latein: Nischenfach, aber spezifisch gefragt
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